Emmas Angst von Jamie Freveletti

Fortsetzungen und Krimi/Thriller-Reihen beeinflussen schon eine ganze Weile mein Leseverhalten. So kam ich auch zu „Emmas Angst“ von Jamie Freveletti, dem dritten Band mit der coolen und abenteuerlustigen Chemikerin Emma Calderidge. Die ersten beiden Teile „Lauf“ und „Flieh“ haben mich gut unterhalten und deshalb habe ich auch zum neuesten Band gegriffen.

Diesmal ist Emma im Grenzland zwischen der USA und Mexiko unterwegs und sucht für ihren einen Arbeitgeber nach seltenen Pflanzen und für den anderen nach Schlepperbanden. Prompt wird sie von einer Schleppertruppe erwischt und zu ihrem Boss gebracht. Der kann gerade das Fachwissen einer Chemikerin brauchen und so wird sie am Leben gelassen, um herauszufinden, was die Pflanzen auf der Marihuana-Plantage zerstört und obendrein auch die Arbeiter tötet. Der sympathische Drogenschmuggler Oz hilft ihr beim Kampf gegen die willkürlichen Grausamkeiten der Drogenmafia und bei der Suche nach einem Heilmittel, das die erkrankten Personen retten soll. Und da gibt es auch noch Cameron Sumner, den Mann, der Emma regelmäßig aus brenzligen Situationen retten muss …

Emma gerät wie ein weiblicher James Bond von einer dramatischen Situation in die nächste. Es gibt Schießereien, rasante Verfolgungsjagden, Einbrüche, Fluchten und sogar einen Luftkampf zwischen Privatflugzeugen. Dies hält die Spannung ständig hoch und man kommt kaum dazu, mal durchzuatmen. Die Handlung ist betont auf Action abgestellt, es gibt keine langwierigen Erklärungen oder ruhigere Passagen. Emma ist eine „Macherin“, die nicht stillsitzen kann und ständig handelt, aber durchaus sympathisch rüberkommt. So liest sich das Buch rasant und flüssig, hinterlässt aber auch keinen nachhaltigen Eindruck.
Man begegnet Personen aus Band 1 und 2 wieder, aber die Story ist in sich abgeschlossen, so dass man die anderen Bände nicht unbedingt gelesen haben muss, um „Emmas Angst“ zu verstehen. Da es aber doch eine zeitliche Reihenfolge der Handlungen und Emmas Entwicklung zur aktiven Kämpferin gibt, ist es sicher von Vorteil, die Romane chronologisch zu lesen.
Die Sprache ist sehr passend, einfach und klar gehalten und verliert sich nicht in ausführlichen Beschreibungen, die die Spannung bremsen würden. So darf man keine hochgeistige Literatur erwarten, aber spannende Unterhaltung und „Action-Kino für den Kopf“ ist garantiert.

Das Spiel der Nachtigall von Tanja Kinkel

Als eingefleischter Fan von Krimis und Thrillern mache ich nur gelegentlich einen Ausflug ins historische Genre. Der Name Walther von der Vogelweide ist – wie wohl jedem – auch mir bekannt. Aber was weiß man Näheres? Ich wusste gar nichts über ihn und seine Zeit, Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts, und das hat mich dazu gebracht, zum „Spiel der Nachtigall“ zu greifen.

Als Sänger ist Walther von der Vogelweide an vielen deutschen Fürstenhöfen präsent. Er besingt nicht nur die Minne, die theoretische Bewunderung der hohen Damen, sondern verfasst auch handfestere Lieder über die Liebe und äußert in seinen oft spöttischen Versen auch seine Meinung über Fürsten, Könige und den Papst. Seine Texte sind immer wieder ins Buch eingeflossen und ergänzen die Handlung hervorragend. Walther wird von seinen Gönnern zur Meinungsmache benutzt und entdeckt auch schnell, wie er die Tatsache, dass man ihm gerne zuhört, selbst nutzen kann, um Einfluss auszuüben.
Judith hat als jüdische Frau keine guten Voraussetzungen dafür, ihren scharfen Verstand und ihre Freiheitsliebe ausleben zu dürfen. Nur die Tatsache, dass sie keine überlebenden Brüder hat, verschafft ihr die Möglichkeit einer medizinischen Ausbildung, die sie ebenfalls an verschiedene Fürstenhöfe führt und ihr Zugang zu einflussreichen Damen verschafft. Dort treffen sie und Walther immer wieder auf einander.

Wir verfolgen das Schicksal dieser beiden interessanten Persönlichkeiten (Walther immerhin historisch belegt, wenn auch wenig über sein Leben bekannt ist, Judith dagegen erfunden) und erfahren gleichzeitig eine Menge über die Geschichte dieser turbulenten Zeit. Denn ohne einen eindeutigen König und Kaiser entbrennt ein Streit um die Krone, auf die verschiedene Adelige Anspruch erheben. Durch Versprechungen und Eheschließungen, Überfälle und Mord versuchen die Kandidaten, die Konkurrenz zu beseitigen und sich den alleinigen Anspruch auf die Krone zu sichern. Es ist nicht immer leicht, dieses komplexe Wirrwarr von Verwandtschaftsbeziehungen, Überläufern und Intrigen auf eine einfache Darstellung zu reduzieren, aber das Buch schafft es, dass man trotzdem dran bleibt und weiter liest, auch wenn es einen Abschnitt gibt, der sich für meinen Geschmack zu detailliert auf die geschichtlichen Entwicklungen konzentriert.

Ich bin in der Geschichte nicht so bewandert, aber Tanja Kinkel hat es geschafft, mir diese Zeit viel besser nahe zu bringen als das im Geschichtsunterricht passiert ist. Die einzelnen Personen und ihre (bekannten oder möglichen) Motive sind mir vor dem geistigen Auge sehr lebendig erschienen, ob nun sympathisch oder nicht. An Spannung fehlte es schon wegen der dramatischen historischen Ereignisse nicht, die durch die beiden Einzelschicksale von Judith und Walther und noch einigen anderen bunten Nebenfiguren ergänzt wurden. Ein über 900 Seiten starker Wälzer, der einem Geschichte spannend und unterhaltsam nahebringt.

Buchpaket gewonnen

Weil ich oft auf www.vorablesen.de in spannende Leseproben reinschnuppere und einen Kommentar hinterlasse, wie mir der Ausschnitt gefällt, habe ich regelmäßig auch das Glück, eines der 100 verlosten Bücher zu gewinnen.

Aber nicht genug, dass ich immer wieder mal ein top-aktuelles Buch bequem und kostenlos zu mir nach hause geschickt bekomme und nur von mir erwartet wird, es zu lesen und eine Meinung darüber zu veröffentlichen, nein, nun habe ich auch noch bei der Jahresverlosung von 10 „Edelfedern“ und 10 „Fleissbienchen“ ein Buchpaket gewonnen.

Es enthielt neben Postkarten, Lesezeichen, einer Leseprobe und einem netten Brief von Vorablesen:

Die Kane Chroniken – Die rote Pyramide von Rick Riordan (Hörbuch)
Ein Paradies für alle – Justus Pfaue (Taschenbuch)
Die fünfte Frau – Henning Mankell (Hardcover)
Raum – Emma Donoghue (Hardcover).

Beim Hörbuch bin ich mir nicht sicher, aber die Bücher sind definitiv nach meinem Geschmack und ich freu mir einen Wolf über das gewonnene Buchpaket!

Grabkammer von Tess Gerritsen

Klappentext:

Eine jahrhundertealte Mumie – mit Schussverletzung …

Ein Schrumpfkopf jüngeren Datums …

Eine Moorleiche – im Kofferraum!

Es deutet zunächst alles darauf hin, dass die Archäologin Josephine Pulcillo mehr über diese höchst morbiden Funde weiß, als sie preisgibt. Sie kennt sich aus mit traditionellen Bestattungsmethoden. Und sie konnte ihr Entsetzen angesichts der grausamen Funde nur ungenügend verbergen. Noch ahnen Jane Rizzoli und Maura Iles nicht, in welch tödliches Gespinst aus perversen Obsessionen und alten Familiengeheimnissen Josephine verstrickt ist …

 So fand ich`s:

Das ist der 7. Teil der Krimireihe um die Polizistin Jane Rizzoli und die Gerichtsmedizinerin Maura Iles. Die Hauptrolle spielt aber eindeutig Josie Pulcillo und sie spielt sie gut. Ich hätte zwar gerne mehr Rizzoli und/oder Iles gehabt, weil ich die beiden Figuren interessant und sympathisch finde. Aber so wäre mir die Sichtweise der jungen Archäologin entgangen und somit ein Großteil der Spannung, die sich aus den Geheimnissen aus Josephines Vergangenheit speist.

Jane ermittelt mit weiblichem Instinkt und merkt, dass bei Josephine etwas nicht stimmt. Ohne Spannungshänger geht es routiniert durch eine schöne Krimihandlung zu einem Showdown, der erst ganz zuletzt alle Geheimnisse auflöst.

Eine gute Fortsetzung der Krimireihe! Die Nachfolgebände „Totengrund“ und „Grabesstille“ gibt es schon.