Endlich war es wieder mal soweit. In der sehr gut besuchten Nürnberger Tafelhalle fand die fränkische Kriminacht statt. Ich freute mich schon auf Lesungen verschiedener fränkischer Krimiautoren und obendrein sollte noch der 1. Fränkische Krimipreis verliehen werden, der von den Nürnberger Nachrichten und dem Ars Vivendi Verlag ins Leben gerufen worden war.
Als wir die Tafelhalle betraten, spielte auf der Bühne schon das Trio „The Good News“ (Keyboard, Saxophon, Bass) bekannte Krimi-Melodien und brachte uns in die richtige kriminalistische Stimmung. Moderiert wurde der Abend von „Kommissar Kant“, dargestellt von Thomas Herr, der allerdings mit seiner etwas langatmigen Suche nach sich selbst und dem Sinn seines Hier-Seins nicht ganz meinen Geschmack traf. Auch die Versuche, das Publikum in seine Überlegungen mit einzubeziehen, führte nur zu peinlichen Stammlern oder nichtssagenden Antworten, die in mir eigentlich nur den Wunsch nach der nächsten Lesung weckten.
Zum Glück gab es reichlich davon. Tessa Korber, Ewald Arenz, Jan Beinßen, Veit Bronnenmeyer, Tommie Goerz, Thomas Kastura und Dirk Kruse gaben Kurzgeschichten oder Ausschnitte aus längeren Veröffentlichungen zum Besten. Mein persönlicher Favorit war Tessa Korbers Lesung der hintersinnigen Tagebucheintragungen einer Ehefrau, die sich selbst entlarvte und es gar nicht merkte. Sehr gelungen! Aber auch die anderen Autoren erinnerten mich daran, dass einige ihrer Werke noch ungelesen bei mir zuhause liegen und endlich genossen werden wollen.
Nach fast zwei Stunden gab es eine Pause, in der man sich um den kleinen und überlaufenen Büchertisch drängeln konnte oder sich mit den Hundertschaften anderer Besucher in die Schlage vor der Getränketheke einreihte. Wie das bei solchen Veranstaltungen leider oft der Fall ist, waren wieder mal zu wenig Servicekräfte da, so dass man sein Getränk erst zum Ende der immerhin 20minütigen Pause erhielt und schnell hinunterstürzen musste.
Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde der Fränkische Krimipreis an Nachwuchsautoren verliehen. Der Sieger Killen McNeill, der seine Jugendjahre doch schon einige Jahrzehnte hinter sich gelassen hatte, freute sich darüber, in seinem Alter noch einen Preis für Nachwuchsautoren zu bekommen. Die Lesung seiner Siegergeschichte zeigte mir dann aber, dass er zu Recht den Geldpreis und die Veröffentlichung von „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh“ in der Anthologie „Tatort Franken Nr. 3“ aus dem Ars Vivendi Verlag gewonnen hatte.




